Als ich mich gerade an die Arbeit machen wollte, diesen Beitrag zu schreiben, habe ich eure zahlreichen Kommentare gesehen. Es hat sich angefühlt wie eine Umarmung aus der Ferne und mir wurde ganz warm ums Herz. Vielen Dank dafür.
Und nun zu unserem Wüstengang durch paraguayische Bäder:
Das Beitragsbild habe ich mit Hilfe von KI und zahlreichen detailreichen Beschreibungen erstellt, die ich aus meiner persönlichen Erfahrung ergänzen konnte. Es ist sehr originalgetreu und illustriert unseren „Gang durch die Immobilienwüste“.
Ich hatte mir fest vorgenommen, aus jedem Häuschen ein schönes Zuhause machen zu können. Mit etwas Farbe und Liebe wird was schönes draus. – Und dann traf mich die Realität der paraguayischen Häuser. Dazu muss man sagen, dass wir nur Häuser besichtigt haben, die für die Verhältnisse hier sehr gut sind. Viele Familien leben hier in winzigen Hütten direkt auf roter Erde, ohne besagtes Bad oder überhaupt Fenster.
Nach 2-3 Besuchen in den charmanten Bädern dieser Häuser, die auch insgesamt meistens sehr muffig und dunkel waren und zu 98% Probleme mit Schimmel haben, war ich wirklich frustriert.
Gefühlt hatte ich jeden gefragt, den wir kennen, alle Makler angeschrieben und in jeder WhatsApp- und Telegram-Gruppe eine Suchanzeige gestellt – und es gab nichts Schönes für uns und auch nichts, was mit vielen Abstrichen vielleicht eine Zeit lang gegangen wäre.
Dann gibt es da auch noch einige, die gut daran verdienen, dass es schwierig ist, gute Häuser zu finden. Da zahlt man dann eine Miete, für die man auch in Deutschland bleiben könnte. Das ist ärgerlich und schade, weil es einfach in manchen Gegenden die Preise nach oben treibt.
Ich hatte schlaflose Nächte. Dann sprang Sonntagmorgen das neue Auto nicht an (Wie sich später herausstellte, war nur die Batterie leer, weil ein Kind ganz hinten ein Licht ausprobiert hatte) – und dann war ich wirklich am Murren.
In einer durchwachten Nacht habe ich in der Bibel die Wüstenwanderung aufgeschlagen. Kurze Zusammenfassung: Gott hatte Israel aus Ägypten befreit, das Meer geteilt, ihnen den Weg gezeigt, das Volk ernährt, aber nach einer Weile wurden sie trotzdem unzufrieden und murrten. Sie vertrauten Gott nicht mehr und das, obwohl sie all diese Wunder gesehen hatten.
Und ich fühlte mich ertappt. Die Liste der guten Dinge, die uns einfach gegeben wurden, als wir sie brauchten, ist ebenfalls einen extra Beitrag wert. – Und kaum gehts mal kurz nicht weiter, fangen die Sorgen an – und eben das innere Murren und die Ungeduld.
“ Hab vertrauen“, sagte Alex jeden Abend zu mir. Und als ich mich so selbst ertappt habe, bei meiner Wüstenwanderung konnte ich die Sorge abgeben.
Wie es manchmal ist, kaum lässt man etwas los, kommt es richtig.
Es meldete sich jemand auf meine Suchanfrage. Wir müssen noch etwas Geduld haben, weil es erst Ende des Monats frei wird, aber es sieht sehr vielversprechend aus. Ganz genau das, was wir uns wünschen, brauchen und suchen.
Bis Ende Oktober konnten wir hier im Dorf noch einmal in einem anderen Häuschen unterkommen.
Der hoffentlich vorerst letzte Teil der Reihe kommt dann wohl erst etwas später.
Aber es gibt hier wirklich Schöneres zu berichten, als über paraguayische Bäder 🙂

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